Tagebuch 2012 - Aktuell
Tagebuch 2009
 
Dienstag, 21. April
 
Nun ist er also vorbei, der Ostergarten. Bis zuletzt war der Ansturm so groß, dass wir auch nachmittags halbstündig Führungen anbieten mussten - oder besser: durften. Auch das Angebot am Karfreitag, sich ohne Führung im
Ostergarten zu bewegen und alles still auf sich wirken zu lassen, wurde sehr rege in Anspruch genommen.
 
Der Abschied vom Ostergarten geschah für mich "auf Raten". Ein erster Abschluss war sicher der "Schweigegang durch den Ostergarten" am Karfreitag Abend. Zum letzten Mal gingen wir als Team mit vielen Besucherinnen und Besuchern durch die Stationen, um uns anschließend im Gottesdienstraum zu
sammeln. Neben vielen Liedern war Raum zum Beten und zum zeichenhaften
Entzünden von Kerzen.
 
Ein zweiter Abschied war der Ostergottesdienst. Im "Auferstehungsgarten"
vorne im Gottesdienstraum erwartete ein Feuerwerk aus Farben, Licht und
Pflanzen die rund 500 Besucherinnen und Besucher.
 
Viele haben diesenGottesdienst mit vielen Elementen als sehr bewegend und mutmachend erlebt.
 
Als dritter Abschied vom Ostergarten wird einem großen Team von Helfern ganz
sicher der Abbau am 14. April in Erinnerung bleiben. Die Stimmung war gelöst
und gleichzeitig wehmütig: wir haben uns sehr an den Ostergarten und das
durch ihn geprägte Erscheinungsbild unseres Gemeindezentrums gewöhnt! Alles klappte reibungslos, und am Abend wurde zur Feier des Tages gegrillt und entspannt.
 

Viele Requisiten haben wir eingemottet -in der festen Erwartung, dass dieser erste Ostergarten für uns ganz sicher nicht der letzte sein wird.
Ich glaube, ich schreibe nicht nur für mich, wenn ich sage: Wir sind sehr
dankbar, zufrieden und begeistert, wenn wir an die letzten Wochen und Monate
zurück denken. Wir hoffen, dass die Erfahrungen und Eindrücke noch lange bei
vielen Besucherinnen und Besuchern nachklingen. "Die Liebe Gottes hat über
den Tod gesiegt", haben wir als Lukasse, Miriams und Saras im
Auferstehungsbereich betont. So ist es! Ich hoffe, viele erfahren das ganz
persönlich und begegnen dem, dessen Auferstehung wir Ostern gefeiert haben.Schalom! (Joachim Gnep)
 
 
26. März 09
 
Das Foyer unserer Gemeinde gleicht mittlerweile einem einzigen Gästebuch. Von der Möglichkeit, sich in die Schriftrolle am Ausgang einzutragen, wird reichlich Gebrauch gemacht. Hier einige wenige Einträge:
 
Die ständig lebhafte, unruhige Kommunionsgruppe war wie gebannt und lauschte dem Lukas. Wir sind hin und weg, und diese Erscheinung spricht für die Ausstellung.
 
Vielen Dank für diese wunderbare, einfühlsame Führung. Ich hoffe, möglichst viele Menschen nutzen die Gelegenheit, die Passionszeit einmal anders – im wahrsten Sinne des Wortes – zu erspüren.
 
Danke Jesus, dass du diesen Weg für mich gegangen bist. So voller Gefühle, Höhen und Tiefen, dass es kaum zu begreifen ist. Durch den Garten wurde es wirklich viel greifbarer. Vielen Dank!
 
Ich habe die Ostergeschichte noch nie so nah mit allen Sinnen erlebt und ergriffen. Herzlichen Dank!
 
Die Ausstellung hat mich an Jesus erinnert. Das war schön!
 
Ich war schon zum 7. Mal hier. Aber immer wieder ist es spannend, aufregend und immer wieder von anderen Seiten zu interpretieren.
 
Mich hat das sehr an Ina, meine verstorbene Tante, erinnert. Einfach toll!
 
Ich fand das Essen mit Jesus toll und das Traurige war, als Jesus gestorben ist.
 
Am 12.3. war ich mit meiner Klasse im Ostergarten. Mir geht es sehr gut. Den 12.3.09 werde ich nie vergessen. Viele Grüße.
 
Ich hatte Angst und es war so schön!
 
Ich fand, es war die beste Ausstellung, die ich je gesehen habe.
 
17.3.
Während der Öffnungszeiten unserer Ausstellung, die sich ja immerhin über sechs Wochen erstreckt, läuft das „normale Gemeindeleben“ weiter. (Ein Kompliment an dieser Stelle alle Gruppen und Mitarbeitenden, die sich sehr darauf eingestellt haben, dass die Ostergartenbesucher in dieser Zeit Vorrang haben!) Glücklicherweise haben wir den Montag im Vorfeld bewusst als Ostergartenfreien Tag geplant. Es sollte Raum für Unvorhergesehenes wie Beerdigungen sein. Und tatsächlich war bisher jeder Montag mit einer Trauerfeier besetzt. Gestern haben wir die 92 jährige Marie Kirsch beigesetzt. Auch sie wurde inmitten des österlichen Gartens aufgebahrt.
 
Ich bin mir sicher, Marie Kirsch hätte sich riesig darüber gefreut. Insbesondere auch deshalb, weil sie mit der Künstlerin Petra Sommerhäuser, die maßgeblich an der Gestaltung dieser Blumen beteiligt war, befreundet war und deren Kunst liebte. Wie eine gnädige Fügung unsres Schöpfers. Nicht nur an dieser Stelle…(Martin Seydlitz)
 
Mittwoch 11.März
 
Mittlerweile ist unser Foyer ein einziges Gästebuch. Die bereitliegende Buchrolle wurde – nicht nur von Kindern - viel und gern genutzt. Wir haben sie zur Lektüre aufgehängt. Die Reaktionen freuen uns sehr! Scheinbar hilft die Ausstellung vielen, dem unbegreiflichen Geschehen von damals etwas näher zu kommen. Gott sei Dank! (Martin Seydlitz)
 
Dienstag, 3. März
 
Gestern war unsere Ausstellung zum ersten Mal für Gruppen geöffnet. Alle Mitarbeiter  waren im Vorfeld sehr gespannt. Würde die Ausstellung für Kinder aller Altersstufen wirklich funktionieren? Und was ist mit den Erwachsenen? Werden sie von den Kulissen, Gewändern und Tondokumenten genauso gefesselt sein wie die Jüngeren?
Ergebnis: Die Arbeit hat sich gelohnt. Die Einträge im großen Tagebuch und viele Rückmeldungen signalisieren uns, dass diese Art des Zugangs zu den biblischen Texten den meisten sehr nahe geht. Erfreulich gerade, dass sich sowohl Erwachsene als auch Kinder von dem in den Bann gezogen werden, was damals geschehen ist.
Als dann auch noch die Leute von der Presse genauso angetan sind, bekommen wir richtig Lust auf die kommenden Wochen.
 
Martin Seydlitz
 

Montag, 23. Februar
Das Tagebuch wartet nun schon seit Wochen auf neue Bilder und Einträge. Der
Grund dafür ist allerdings nicht Tatenlosigkeit - im Gegenteil! Was sich
allein in den letzten Tagen alles getan hat bzw. getan wurde, kann ich
unmöglich alles aufzählen: die Zelte stehen, eine Stadtkulisse von Jerusalem
ist entstanden - auch ein dazu passendes Stadttor, der unglaublich
aufwendige Passaraum ist fast fertig, der Esel steht fertig in Vlads
Werkstatt (und ist schon jetzt heiß begehrt für die Zeit "danach"!), der
Garten Gethsemane ist verdunkelt, der "Schleiergang" schlängelt sich schon
über viele Meter durch das kleine Zelt, Pilatus darf sich auf eine
standesgemäße Bühne freuen, im Auferstehungsbereich blühen lauter Blumen,
die Tonaufnahmen sind fertig... toll, toll, toll! Zimmern, Tackern, Bügeln,
Malen, Dekorieren - ein großes Team war vorgestern in der Kreuzkirche höchst
aktiv.
Jetzt fehlt vor allem noch der Hügel Golgata - morgen kommt wahrscheinlich
der Sand. Und dann ist da noch jede Menge sogenannter "Kleinkram": Licht,
Audio, hier noch eine Stoffbahn, da noch etwas mehr Deko. Bei der
Begeisterung, die überall spürbar ist, dürften wir es schaffen! Immerhin:
nur noch 5 Tage.(Joachim Gnep)
 


Dienstag, den 02.Februar 09
Heute war von früh an emsiges Werken in der Kirche zu beobachten. Es wurde an mehreren Stationen gleichzeitig gearbeitet. Noch kann man nicht genau sehen, was entsteht, aber Insider können ganz eindeutig die Stadtmauern von Jerusalem und die Entstehung der Grabes-Station erkennen.
(Uta-Maria Döhn)
 

Samstag, den 31. Januar
 
Die Plakate und Handzettel sind gekommen! Nun geht es richtig los mit der
Werbung. Auch in der Kreuzkirche lässt es sich nicht mehr verbergen: die
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren!
 

Wir brauchen Platz, Platz, Platz für die sich ständig vermehrenden
Requisiten. Im Foyer steht der Richterstuhl des Pilatus neben goldenen
Säulen und riesigen Felsen. Im Gemeindesaal liegt seit vorgestern eine dicke
Rolle mit dem Teppich für den Passasaal. Im Neubau warten frischgemalte
Menschengruppen darauf, dass jemand sie beiseite räumt.
Gestern Abend bekam ich die erste von mehreren Musikproduktionen, die eigens für die Ausstellung hergestellt werden: ist super geworden! Wenn es mit den Aufnahmen für die Szene „vor Pilatus“ und den „Einzug in Jerusalem“ genau so gut klappt, bin ich glücklich. Sonntag für Sonntag bastelt und malt das Team "Auferstehung" mit den Kindern der Kinderkirche. Es geht voran!
Gleichzeitig sind noch viele Fragen offen: wie bekommen wir es hin mit dem
Lammbraten für die Passatafel? Wer baut uns einen Esel? Und das Stadttor von Jerusalem? Für das Kreuz benötigen wir noch dicke Balken oder Stämme. Was das große Zelt betrifft (siehe letzter Eintrag) ist die Entscheidung in der
Zwischenzeit gefallen: wir benötigen leider eine Alternative. Aber auch die
wird gut sein, wie es jetzt aussieht!
 
Morgen im Gottesdienst werden wir richtig kräftig werben. Viele beginnen
erst jetzt so langsam zu verstehen, was da gerade in unseren Räumen an
Gestalt gewinnt. Noch 28 Tage.(Joachim Gnep)
 
Samstag, 17. Januar
Es soll trocken bleiben heute – muss es auch! Wir müssen unbedingt die Zelte
aufbauen und dabei testen, ob unsere Planungen realisierbar sind. Es geht um
den großen Ostergartenbereich draußen im Innenhof: Garten Gethsemane,
Leidensweg, Verrat, Verhör und Hinrichtung.
Um 9.30 Uhr geht es los. Das riesige alte und eigentlich längst
„pensionierte“ Missionszelt aus Ostfriesland hat eine sehr aufwendige
Konstruktion. Die genauen Maße weiß keiner. Wir stecken die Firststangen
zusammen und breiten das schwere Zeltdach aus. Dabei kommen mehr Risse und Löcher zum Vorschein, als uns lieb ist. Zum Aufrichten der ganzen
Konstruktion benötigen wir viele Hände und auch Füße, um die Stangen gegen
ein Verrutschen zu sichern. Im neuen Foyer ist gerade Samstagsfrühstück, und
wenige Minuten später haben wir die Unterstützung sehr hilfsbereiter Gäste
und des Mitarbeiterteams. Toll! – weniger dürften wir jetzt wirklich nicht
sein.
Auf Kommando ziehen die einen, heben oder halten die anderen. Das große
Zeltdach steht nun auf sehr wackligen Beinen. Wir sichern es notdürftig und
freuen uns erst einmal: es passt nach Länge und Breite so, als wäre es für
unsere Zwecke maßgefertigt!
In die Freude mischen sich aber auch viele Fragen: wie können wir das bloß
standfest und sicher abspannen? Vor allem die Westseite macht Probleme, weilder ganze Platz für ein anderes Zelt benötigt wird. Vielleicht mit einer
aufwendigen Traversenkonstruktion?
Die Hauptfrage ist aber: wird das Material die 7 Wochen überstehen? Wir
werden in den nächsten Tagen abwägen und entscheiden müssen: ein altes Zelt mit absolut passendem Flair, oder aber ein modernes ohne viele Risiken und Mühen beim Aufbau.
Wir bauen erst einmal wieder ab. Gott sei Dank: es ist trocken geblieben! Im
Foyercafé werden wir zum Frühstück eingeladen. Dabei kann ich die
mitgebrachten Muster-Funkkopfhörer für die „Pilatus“-Station präsentieren.
Sie werden von den unterschiedlichsten Köpfen getragen und beurteilt.
Schnell ist klar: der silberne Kopfhörer ist es! 20 Stück benötigen wir
davon.
Wir bauen anschließend das Gerippe eines großen Mannschaftszeltes auf, in
dem während des Ostergartens der „Schleiergang“ (so lautet unser
Arbeitstitel) durch verschiedene Stationen des Leidensweges sein wird. Dabei
merken wir, dass wir in unserer Fantasie ganz unterschiedliche Vorstellungen
von der Gestaltung hatten. Wir reden und gestikulieren viel: Ja, so könnte
man es machen!
Es geht zum nächsten Test-Aufbau. Die Stahlmattenkonstruktion für den
abgedunkelten Garten Gethsemane ist viel zu wabbelig. Hhm. Wir probieren ein
wenig und finden heraus, wie es dann doch gehen wird. Wir werden Stahlmatten zu einem Tunnel formen und diesen mit schwarzer Folie abdunkeln.
Nachdem alles wieder abgebaut ist und alle nötigen Maße und offenen Fragen
notiert wurden, hinterlassen wir den Platz so, wie wir ihn heute Morgen
vorgefunden haben. Für ein paar Stunden war hier schon eine Menge
„Ostergarten – Feeling“! Ich fahre dankbar nach Hause. Tolle Leute, die
heute am freien Samstag einfach dabei sind und zupacken! Noch 42 Tage. Aber
es wird klappen! (Joachim Gnep)
 
7. Januar 2009
Jetzt wird es ernst. Wir treffen uns als Konzeptteam zu Absprachen im neuen Jahr und merken: Es ist noch sehr viel zu tun!
 
Gleichzeitig erleben wir ein Phänomen, das sich beinahe immer im Zusammenhang mit dem Ostergartenprojekt eingestellt hat: Freude und Gestaltungswille überwiegen den Faktor Arbeit ganz eindeutig.
 
Wir tauschen uns vor allem über die letzte Station aus: Was können wir den Besuchern mitgeben? Wie können wir den persönlichen Eindrücken Freiraum lassen und gleichzeitig das Anliegen des Evangelisten Lukas, der ja zum Glauben einladen will, Rechnung tragen?
 
Das Ergebnis der Gespräche stellt uns zufrieden. Ja, so soll es werden!
Martin Seydlitz
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